neues ist schlecht

26 04 2008

wer versucht neue wege zu gehen wird meist schief angesehen! daher gehe ich davon aus, dass in unserer heutigen gesellschaft neues schlecht ist.
doch wenn du immer nur das tut was du bereits kannst, dann bleibst du auch immer nur wer du bist – sagt auch schon ein schönes sprichwort.

wenn also das entdecken von neuen horizonten die beste möglichkeit ist sich selbst zu verbessern, warum tun dies viele nicht?

meiner meinung nach liegt der ursprung davon in unserem heutigen bildungssystem. zumeist ist es von lehrenden genau vorgegeben was, wie und bis wann zu tun ist -> lernende gehen daher (in gewisser weise berechtigt) davon aus, dass sie sich an diese vorgaben halten müssen. genau hier liegt nun jedoch schon der erste fehler, denn wenn wir nichts neues ausprobieren – nicht offen für neue horizonte sind, dann werden wir uns nicht weiterentwickeln.

unsere lehrende haben, für gewöhnlich, auch nicht die wahrheit gepachtet, sie können uns daher nicht stets neue wege aufzeigen und uns in neue richtungen arbeiten lassen – nur wenn lehrende und lernende in eine offene diskussion eintreten, ist eine horizonterweiterung möglich. es muss also von beiden seiten ein einverständnis hierzu vorhanden sein.

wenn wir lernende uns stets akribisch an die vorgaben die uns gegeben wurden, dann bekommen wir zwar eine gute beurteilung, dass heißt aber noch lange nicht, dass wir uns in diesem bereich „sehr gut“ auskennen.

nach meinen beobachtungen werden neue wege, die wir beschreiten von unseren lehrenden positiv gesehen, denn so sehen sie, dass wir uns ausführlich mit einem thema beschäftigt haben. natürlich sind hier gewisse risiken, denn etwas noch nicht getestetes kann gelingen und ein erfolg werden der mir und anderen hilft – oder aber fehlschlagen und mir zeigen, dass ich in diese richtung nicht arbeiten kann. doch selbst wenn wir fehlschläge hinnehmen müssen, so können wir meiner ansicht nach, doch aus ebendiesen lernen.
mit bisher gelernten schemata aufgaben zu erledigen ist meist nicht schwer – sich jedoch etwas neues einfallen zu lassen – eine gute frage zu stellen – oft sehr.

warum also sehen das nicht viele so? warum probieren nicht viele etwas neues aus? warum riskieren nicht viele einen blick über den tellerrand und versuchen ihren horizont zu erweitern?

der grund ist einfach und liegt wiederum in unserem heutigen bildungssystem – hier wird uns tagtäglich gelehrt, das wir uns an bestehendes halten. wer brav ist und den mund nicht zu weit aufmacht, bekommt auch eine gute note. von der volkschule an wird uns dieses schema beigebracht. „nur keine kritik äußern, sonst riskieren wir eine schlechte note.

  • normalerweise läuft es so ab: „alte“ lehrende teilen den lernenden die aufgabe detailliert mit, die bis zu einem fixen datum nach gelernten schemata zu erledigen ist. die lernenden tun dies und werden dafür benotet.
    -> hier hinterfragt niemand. das system ist in sich geschlossen und nach fertigstellung der aufgabe auch abgeschlossen.
  • richtiger wäre es meiner meinung nach, wenn die „engagierten“ lehrenden den lernenden mehr freistellen wie, womit und bis wann sie sich mit einer aufgabe beschäftigen wollen.
    -> jedEr kann sich nun mit der aufgabe individuell beschäftigen und hat die freiheit neues auszuprobieren – es gibt ja keine fixen vorgaben sondern einen ungefähren rahmen.

doch was passiert nun in diesem fall? wir sollten meinen dieses vorgehen schafft offenheit und interessiert mehr! dem ist jedoch nicht so!

ich habe bereits die erfahrung gemacht: die lernenden verstehen diese neuen rahmenbedingungen nicht (oder wollen nicht, denn das würde eine auseinandersetzung mit der thematik voraussetzen) und bitten (!) um genauere und fixe angaben – sie wollen eingeschränkt werden und beschweren sich über die neuen horizonte die eröffnet werden könnten. sie verstehen die sichtweiesen der „engagierten“ lehrenden nicht und lehnen sich auf, reagieren mit ablehnung auf genau das worauf diese hinauswollen – selbstständigkeit und die möglichkeit neue wege zu gehen.

in extremfällen können beschwerden zum ausschluss der „engagierten“ lehrenden führen, sodass diese von der ausbildung abgezogen werden – das system der eintönigkeit, der einschränkungen hat gesiegt, weil die lernenden es so wollten – jetzt muss niemand mehr denken, was für ein glück für alle beteiligten!

im fall, dass einige lernende die ansichten der „engagierten“ lehrenden entdecken oder versuchen zu verstehen und den schritt zur horizonterweiterung wagen werden diese meist von kollegen mit schiefem blick angesehen. „warum rebelliert sie/er denn jetzt gegen das bestehende (=alte)?“ sie verstehen oft nicht den nutzen des hinterfragens und wollen lieber auf der sicheren (=alten) seite stehen.

ich bin daher der meinung, dass unser bildungssystem sollte für horizonterweiterung stehen muss diese fördern – denn nur so können wir alle uns verbessern.